Erwerbstätigkeit in Berlin und Brandenburg: Leichte Verluste in Brandenburg, gedämpftes Wachstum in Berlin
Während die Erwerbstätigkeit in Berlin weiter wächst, verzeichnete Brandenburg im Jahr 2024 einen leichten Rückgang. Besonders betroffen: das Baugewerbe und das produzierende Gewerbe. Das geht aus aktuellen Meldungen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hervor. Ein Überblick über die wichtigsten Zahlen und Entwicklungen.
Infografik: Erwerbstätigkeit 2024 in Berlin & Brandenburg
Was bedeutet das für die Wirtschaft?
- Berlin wächst langsamer: Während die Zahl der Erwerbstätigen in Berlin weiter steigt, nimmt das Wachstum im Dienstleistungsbereich spürbar ab (+0,2 % statt +1,6 % im Vorjahr). Anzeichen einer allgemeinen Konjunkturabschwächung.
- Brandenburg mit leichtem Rückgang: Der Arbeitsmarkt bleibt zwar grundsätzlich stabil, aber vor allem die Bauwirtschaft (-1,9 %) und das produzierende Gewerbe (-3.700 Erwerbstätige) verlieren weiter Beschäftigte.
- Bauwirtschaft unter Druck: Die negativen Zahlen im Baugewerbe sind ein zusätzliches Warnsignal – steigende Kosten und sinkende Investitionen belasten die Branche. Langfristige Folgen für den Wohnungsbau können nicht ausgeschlossen werden.
- Gesamtwirtschaftlicher Kontext: Während Ostdeutschland (ohne Berlin) insgesamt einen stärkeren Rückgang verzeichnet (-0,4 %), bleibt die Erwerbstätigkeit in Deutschland insgesamt stabil (+0,2 %).
Fazit: Die aktuellen Zahlen des Amts für Statistik zeigen, dass sich die Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre abschwächt. Besonders der Rückgang im Baugewerbe und in der Industrie können langfristige und erhebliche Auswirkungen für den Immobiliensektor haben. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass Arbeitnehmer, die die Branche oder den Standort wechseln, nicht so schnell zurückkehren, wenn sich die wirtschaftliche Lage und Rahmenbedingungen wieder bessern. Der Fachkräftemangel am Bau könnte sich dadurch weiter verschärfen und auch Investitionen in Bauprojekte könnten durch die sinkende Beschäftigung weiter zurückgehen. Die Entwicklung sollte genau beobachtet werden und neben den schon lange verlautenden Warnrufen der Immobilienwirtschaft ein zusätzliches Warnsignal für die Politik sein, insbesondere im Hinblick auf die Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt. Unbürokratische und flexible Fördermaßnahmen für Wohnungsbau und Sanierung sind unerlässlich, um Projekte, die zuletzt wegen unwirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Schublade verschwunden sind, wieder hervorzuholen. Die Immobilien- und Bauwirtschaft braucht dringend Impulse, ansonsten drohen weitere Arbeitsplatzverluste.
Die Meldungen des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg finden sie hier: