Baukostensenkung vom Konzept in die Praxis: BFW Berlin/Brandenburg begrüßt Gesetzentwurf zu „Einfach Bauen Berlin“ – jetzt braucht es das Maßnahmenpaket

Berlin, 23.02.2026. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen hat den lang erwarteten Gesetzentwurf zur Initiative „Einfach Bauen Berlin“ (EBB) vorgelegt und damit die offizielle Verbändebeteiligung gestartet. Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg, der den Prozess bereits im Vorfeld in einer Expertengruppe konstruktiv begleitet hat, begrüßt den Entwurf ausdrücklich. Er zielt darauf ab, durch die Absenkung von Baustandards und die Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren die Baukosten in der Hauptstadt spürbar zu senken und die zuletzt stark rückläufige Neubautätigkeit wieder anzukurbeln.

Lange wurde in diversen Workshops gerechnet, diskutiert, gestrichen und schlussendlich konkrete Vorschläge erarbeitet – immer mit dem Ziel vor Augen, das Bauen in Berlin endlich wieder bezahlbar und realisierbar zu machen. Das Ergebnis dieser intensiven Zusammenarbeit zwischen der Senatsverwaltung und den verschiedenen Branchenverbänden ist die Initiative „Einfach Bauen Berlin“ (EBB). Der jetzt vorgelegte Entwurf für ein „Gesetz für einfaches Bauen“ (GEB) markiert einen wichtigen Meilenstein und sendet ein dringend benötigtes Signal an eine Branche, die unter der Last von Bürokratie und steigenden Kosten an ihre Grenzen geraten ist.

Der Gesetzentwurf enthält eine Reihe praxisnaher Klarstellungen und Vereinfachungen – beispielsweise bei Abstandsflächen, Rettungswegen und Abstellräumen sowie für die Umnutzung oder den Ausbau bestehender Gebäude, etwa durch Dachausbau und Aufstockung. Diese Änderungen schaffen Planungsspielräume und ermöglichen flexiblere und effizientere Nutzungen der verfügbaren Flächen. Das kann Baukosten senken – und damit auch den Druck auf Neubaumieten mindern.

Sollte das Gesetz demnächst im Abgeordnetenhaus verabschiedet werden, wird aber vor allem die Umsetzung in der Verwaltungspraxis entscheidend für den Erfolg sein. Die Erfahrungen mit dem seit etwas mehr als einem Jahr geltenden Schneller-Bauen-Gesetz zeigen, dass Neuerungen weiterhin sehr unterschiedlich in den Berliner Bezirken interpretiert und gehandhabt werden. Damit die im GEB eröffneten Spielräume tatsächlich bei Bauherrinnen und Bauherren ankommen, braucht es verbindliche Handreichungen, Leitfäden und Entscheidungshilfen – und eine berlinweit einheitliche Auslegung. Neue Regelungen dürfen nicht zu Verwaltungsunsicherheit und damit zu erneuten, endlosen Gutachtenschleifen führen.

„Der vorliegende Entwurf ist das Ergebnis pragmatischer Arbeit in der Expertenkommission – und des großen Engagements der Wohnungsbauleitstelle in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen. Wir begrüßen diesen Schulterschluss zwischen Politik, Verwaltung und Fachwelt ausdrücklich“, erklärt Susanne Klabe, Geschäftsführerin des BFW Landesverbandes Berlin/Brandenburg. „Damit der Geist von ‚Einfach Bauen Berlin‘ aber vom Papier in die Praxis kommt, reicht das Gesetz allein nicht aus. Der Prozess muss durch ein untergesetzliches Maßnahmenpaket flankiert werden – mit zusätzlichem Personal in den Bezirksämtern, verbindlichen Handreichungen und einer zentralen Auslegungs- und Entscheidungsdatenbank.“

Ein zentraler Baustein eines solchen Maßnahmenpakets sollte aus Sicht des BFW Landesverbands auch die Einrichtung eines berlinweit tätigen technischen Kompetenzzentrums sein, das Expertise bündelt, die Bezirksämter entlastet und für einheitliche Entscheidungswege bei komplexen bautechnischen Fragestellungen sorgt.

„Wir haben jetzt die Chance, die Neubautätigkeit in Berlin wieder zu stabilisieren und anzukurbeln. Doch das Gelingen von ‚Einfach Bauen Berlin‘ darf am Ende nicht vom Mindset einzelner Sachbearbeiter oder der Blockadehaltung mancher Stadträtinnen und Stadträte gegenüber privaten Wohnungsbauprojekten abhängen“, führt Susanne Klabe weiter aus. „Die Berliner Bezirke und Verwaltungen sind nun gefordert, das GEB auf die Straße zu bringen und sicherzustellen, dass die theoretischen Erleichterungen in der Praxis zu spürbaren Ergebnissen führen. Wer günstigere Mieten auch im Neubau will, muss einfaches und schnelles Bauen ermöglichen. Denn alles, was bei den Baukosten eingespart werden kann, muss am Ende nicht über höhere Mieten refinanziert werden.“

Der BFW wird den weiteren Prozess der Verbändeanhörung sowie die parlamentarischen Beratungen intensiv begleiten, damit Berlin wieder zu einem Ort wird, an dem Wohnraum schnell, einfach und bezahlbar entstehen kann.

 

Hintergrund:

Der BFW Landesverband Berlin/Brandenburg e. V. ist seit 70 Jahren der regionale Interessenverband der privaten und mittelständischen Immobilienwirtschaft. Die ca. 250 Mitgliedsunternehmen aus Bestandsverwaltung und Immobilienentwicklung zeichnen für rund die Hälfte aller Wohnungsneubauprojekte und die Verwaltung großer Wohnungsbestände in Berlin und Brandenburg verantwortlich. Sie sind damit Hauptantriebskraft für eine moderne und nachhaltige Stadtentwicklung. Der Verband tritt als gemeinsame Stimme gegenüber Politik und Gesellschaft auf, ist der Beratungs- und Expertenpool für Verbandsmitglieder und Treiber von Innovations- und Zukunftsthemen.