Weiter zu geringe Fertigstellung von Wohnungen in Berlin – Rückgang in Brandenburg

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Wie in jedem Jahr leider mit einiger Verspätung liegen nunmehr die Fertigstellungszahlen 2017 für den Wohnungsbau in Berlin und Brandenburg vor. In Berlin wurden 2017 insgesamt 15.669 Wohnungen fertig gestellt, das sind 14,7 % mehr als im Jahr zuvor. 4.785 bzw. 30,5 % dieser Wohnungen sind Eigentumswohnungen. Knapp 46 % aller Wohnungen wurden in den drei Bezirken Lichtenberg, Mitte und Treptow –Köpenick gebaut.

In neu errichteten Wohnobjekten gebaut wurden 12.814 Wohnungen, 18,9 % mehr als im Vorjahr. Durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden 2.855 Wohnungen fertiggestellt, 0,8 % weniger als im Vorjahr.

Der Wohnungsneubau in Mehrfamilienhäusern nahm um 28,7 % auf 11.408 neue Wohnungen zu. In Ein – und Zweifamilienhäusern sank dagegen die Zahl der Fertigstellungen 2017 um 21,1 % auf 1.377 neue Wohnungen.

71,2 % der Wohnungen wurden durch private Unternehmen fertig gestellt, weitere 11,4 % durch private Haushalte. Die 2.434 durch städtische Wohnungsunternehmen fertig gestellten Wohnungen entsprechen einem Anteil von 15,7 %.

Im Nichtwohnungsbau wurden in Berlin 203 Bauvorhaben mit einer Nutzfläche von 585.600 m² und damit 8,4 % mehr als im Vorjahr fertig gestellt.

Im Land Brandenburg wurden 2017 insgesamt 10.914 Wohnungen fertiggestellt, das sind 3,1 % weniger als 2016. 9.229 Neubauwohnungen wurden in neuen Wohngebäuden errichtet, 6,6 % weniger als im Vorjahr. In Ein- und Zweifamilienhäusern sank die Zahl der Fertigstellungen um 9,1 % auf 5.568 neue Wohnungen. Die Zahl der fertig gestellten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ging um 2,0 % auf 3.630 zurück. Durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden 1.685 Wohnungen fertig gestellt, das ist eine Zunahme um 22,5 % gegenüber dem Vorjahr. Etwa 45 % aller Wohnungen entstanden in Potsdam sowie in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und Barnim.

Im Nichtwohnungsbau wurden 671 Neubauten mit einer Nutzfläche von 688.400 m² fertig gestellt, 4,9 % mehr als 2016.

Kommentar: Der Berliner Senat bleibt mit diesen Zahlen deutlich hinter den selbst gesteckten Zielen zurück, nach dortiger Einschätzung werden 20.000 Fertigstellungen im Jahr benötigt. Die städtischen Gesellschaften erreichen nicht einmal die Hälfte der jährlich von ihnen geforderten 6000 Einheiten und das, obwohl sie die meisten Einheiten bei den Privaten dazu kaufen und ihnen aufgrund der Einbringung von Grundstücken als Sachlage der Ankaufsprozess erspart bleibt. Ohne die Privaten könnte der Senat zum Wohnungsneubau einpacken. Statt den Unternehmen angemessene Rahmenbedingungen zu schaffen, wird ihnen die Arbeit mittlerweile an allen Fronten deutlich erschwert, die Projektlaufzeiten verlängern sich und die Kosten steigen weiter. Auf diese Weise wird ein Anstieg der Fertigstellungszahlen unter Garantie verhindert.  Die Unternehmen werden mit ihren finanziellen Engagements Berlin verlassen. Dies hat der Landesverband dem Berliner Senat seit mehr als einem Jahr prognostiziert und Vorschläge gemacht. Dennoch gibt es auf Senatsseite keinen Erkenntnisgewinn. Der Senat wird sich an den eigenen Zielvorgaben messen lassen müssen. Die Zahlen werden eine deutliche Sprache sprechen.