Neue AV Wohnen in Berlin soll zum 1.1.2018 in Kraft treten

Der Berliner Senat hat am 7. November 2017 beschlossen, mit einer neuen Ausführungsvorschrift für die Übernahme von Wohnkosten (AV Wohnen) die Mietzuschüsse für die berechtigten einkommensschwachen Transferleistungsempfänger, d. h. Empfänger von Leistungen nach SGB II und XII sowie dem Asylbewerberleistungsgesetz, zu erhöhen. Die Grundlage zur Erhöhung der Richtwerte für die Bruttokaltmiete bildet der im Mai 2017 veröffentlichte Berliner Mietspiegel.

In die Berechnung der Bruttokaltmieten werden dabei künftig auch die mittleren Wohnlagen sowie die kleinen Wohnungen unter 40 m2 Wohnfläche einbezogen. Damit steigen insgesamt die Kosten für die Unterkunft, die das Jobcenter bzw. das Sozialamt für die leistungsberechtigten Personen übernehmen müssen, um 7 bis 17 %.

In der neuen AV Wohnen wurden darüber hinaus die bestehenden Härtefall- und Sondertatbestände erweitert, um den vielfältigen Lebensumständen und individuellen Härten nun besser Rechnung zu tragen. So können die Richtwerte der Miete um 10 % überschritten werden, wenn Pflegebedürftigkeit oder schwere Krankheit vorliegen, wenn das Kind der Familie eine besondere Schulform besucht und daher nicht umziehen kann oder wenn die Miete aufgrund der Modernisierungsumlage gestiegen ist. Jobcenter und Sozialämter sollen dabei genau prüfen, wann kostensenkende Maßnahmen unmöglich oder unzumutbar sind und deshalb die Miete weiterhin zu übernehmen ist. Das kann bei schwerer Erkrankung oder Behinderung der Fall sein.

Die neue AV Wohnen wird in den nächsten Tagen im Amtsblatt von Berlin veröffentlicht. Mitgliedsunternehmen, die vorab konkrete Informationen für ihre künftige Mietgestaltung bei dem betroffenen Personenkreis benötigen, können sich an die Geschäftsstelle des Landesverbandes wenden.