Dynamik der Genehmigungen im Wohnungsneubau flacht in Berlin ab

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In Berlin wurden im Jahr 2015 nach Angaben des Statistischen Landesamtes insgesamt 22.365 Wohnungen zum Bau genehmigt, das sind 16,5 % mehr als im Vorjahr. Damit hat sich die Dynamik merklich verringert. In der Vorperiode lag sie noch bei 53 %. 17.935 Wohnungen werden in Neubauten entstehen, das sind 9,6 % mehr als im Jahr 2014.

15.961 Wohnungen sollen in Mehrfamilienhäusern entstehen, das ist ein Plus von 13,5 % gegenüber dem Vorjahr. Rückläufig sind die Genehmigungen von Wohnungen bei Ein- und Zweifamilienhäusern. Genehmigt wurden 1.853 Wohnungen, das ist ein Rückgang um 9,0 %.

Mit einem Zuwachs von 56,1 % haben sich dagegen die Genehmigungen von Wohnungsneubauten durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden stark erhöht. Hier sollen 4.430 Wohnungen entstehen. In den vergangenen Jahren war dieses Segment vom Dachgeschossausbau dominiert worden, doch sind die aktuell hohen Zuwächse nur durch die Zunahme von Nutzungsänderungen, d.h. von Gewerbe in Wohnungen, erklärlich. Statistisch getrennt ausgewiesen wird dies allerdings leider nicht.

90 % der genehmigten Wohnungen wurden auf Antrag der privaten Wohnungswirtschaft beschieden. 52 % der Anträge kommen aus dem Bereich der privaten Wohnungsunternehmen. Weitere 26 % der Wohnungen wurden auf Antrag von privaten Unternehmen, die nach der statistischen Nomenklatur aber anderen Wirtschaftszweigen zugerechnet werden, genehmigt. Hierzu gehören zum Beispiel Industrieunternehmen mit eigenem Werkswohnungsbestand, Verkehrsunternehmen sowie Kreditinstitute und Versicherungen. Privatpersonen wurden Genehmigungen für 12 % der Wohnungen erteilt. Die meisten genehmigten Berliner Wohnungen entfielen mit 10.500 WE, das ist ein Anteil von 47 %, auf die drei Bezirke Treptow-Köpenick, Mitte und Lichtenberg.

66 % der neuen Wohnungen werden mit Fernwärme beheizt werden, 28 % mit konventionellen Energieträgern, vor allem Gas, und nur 6 % mit erneuerbaren Energien.

Im Jahr 2015 wurden daneben 296 Genehmigungen für den Neubau gewerblicher Bauten mit einer Nutzfläche von insgesamt 560.000 m² erteilt. Das größte Segment entfiel mit 134.000 m² auf den Bau von Bürogebäuden.

Kommentar: Die Abschwächung in der Dynamik hat teilweise durch den Berliner Senat hausgemachte Ursachen: Bereitstellung von Bauland, Erhöhung der rechtlichen Anforderungen als Kostentreiber auch auf Landesebene, schlechte Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse. Berlin hätte es also selber in der Hand, diesen Prozess wieder in Gang zu setzen. Dafür braucht es keine Fördergelder. Der stärkere Anstieg im Wohnungsneubau hätte für die Landeskasse sogar höhere Steuereinnahmen zur Folge.