Berliner Gutachterausschuss veröffentlichte vorläufige Daten zum Umsatz 2016 und Ergebnisse der Bodenrichtwertberatungen

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Der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin hat am 23. Februar 2017 vorläufige Daten  für die Entwicklung des Berliner Immobilienmarktes 2016 und die Ergebnisse der Beratungen zu den Bodenrichtwerten per 1.1.2017 veröffentlicht.

Insgesamt wurden 2016 in Berlin Immobilien mit einem Gesamtumsatz von 16,2 Milliarden Euro gehandelt. Die Zahl der Kaufverträge bei unbebauten Grundstücken sank zum Vorjahr um -6 % auf 1.471 Kaufverträge, bei bebauten Grundstücken um -4 % auf 4.510 und bei Wohnungs- und Teileigentum um -1 % auf 25.978 Kaufverträge. Allerdings wird anhand der Erfahrungen erwartet, dass die endgültigen Ergebnisse nach Erfassung aller Kaufvorgänge keinen Rückgang der Verträge aufweisen werden.

Die Kaufpreisentwicklung ist bei bebauten Grundstücken und Eigentumswohnungen deutlich nach oben gerichtet und liegt weit über der allgemeinen Inflationsrate von 1,7 %. Die Kaufpreise für Eigentumswohnungen sind 2016 im Durchschnitt um 7 % gestiegen, die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser um 15 % und die Kaufpreise für Mietwohnhäuser sowie für Wohn- und Geschäftshäuser mit mehr als 20 %.

Bei unbebauten Grundstücken ist die Anzahl der Kaufverträge gegenüber dem Vorjahr mit -6 % gesunken. Gleichzeitig aber ist der Geldumsatz um 42 % auf etwa 1,4 Mrd. Euro bei einem Anstieg des Flächenumsatzes um 18 % weit überproportional angestiegen.

Als Preistreiber sieht der Gutachterausschuss fehlende Baulandangebote bei gleichzeitig weiter steigender Nachfrage nach Grundstücken für den Wohnungsbau insbesondere in der Innenstadt.

Die Entwicklung spiegelt sich auch im Anstieg der Bodenrichtwerte zum 1.1.2017 wieder.

In Grundstücken der offenen Bauweise (Grundstücke für Ein- und Zweifamilienhäuser) wurden die Bodenrichtwerte für Bauland zur Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern um durchschnittlich um 20 % angehoben, in Marzahn-Hellersdorf, Steglitz-Zehlendorf, Lichterfelde, Köpenick, Adlershof, Grünau sogar um 30 %. In den Spitzenlagen im Südwesten der Stadt betrug der Anstieg wegen des vergleichsweise bereits hohen Preisniveaus nur 15 %.
Bei Grundstücken der geschlossenen Bauweise für Geschosswohnungsbau erfolgte in den an innerstädtische Lagen angrenzenden Gebieten eine Anhebung der Bodenrichtwerte um teilweise mehr als 60 % und immerhin noch 30 % in den weniger verdichteten Bereichen.

Der Spitzenwert liegt in diesem Segment bei 5.000 Euro/m² Grundstücksfläche im Bereich südlich der Torstraße.
Für Grundstücke der geschlossenen Bauweise mit kerngebietstypischen Nutzungen (M1) gab es eine differenzierte Entwicklung. Während in den Toplagen Potsdamer Platz, Gendarmenmarkt oder Friedrichstraße die Werte weitgehend unverändert blieben, wurde in Kerngebietslagen mit bislang relativ niedrigerem Niveau ein Anstieg der Richtwerte um deutlich mehr als 50% festgestellt.

Für Gewerbegrundstücke wurden die Bodenrichtwerte in der Innenstadt z.T. deutlich über 50 % erhöht. Der Spitzenwert liegt hier im Bereich der Franklinstraße bei 1.800 Euro/m² Grundstücksfläche.

Die einzelnen Bodenrichtwerte und ihre Entwicklung können hier abgerufen werden.