Umfangreicher Bauüberhang im Berliner Wohnungsbau 2016

Aktuell liegen die Zahlen für den sogenannten Bauüberhang zum Ende des Jahres 2016 vor, die den tatsächlichen Baustand genehmigter Bauvorhaben widerspiegeln. Danach waren zum Ende des Jahres 2016 in Berlin insgesamt 50.825 genehmigte Wohnungen noch nicht fertiggestellt. Davon waren 8.649 Wohnungen als Baumaßnahmen im Bestand geplant, insbesondere als Dachausbau und Umnutzung, sowie 42.176 als Wohnungen in neu zu errichtenden Wohngebäuden. Von diesen ca. 42.000 WE waren 11.358 „unter Dach“, d.h. es kann weitgehend mit einer Fertigstellung 2017 gerechnet werden. Bei weiteren 15.447 WE war mit dem Bau begonnen worden, aber noch nicht der Status „unter Dach“ erreicht worden. Hier kann von einer Fertigstellung bis spätestens 2018 ausgegangen werden. Die Daten zeigen, dass es trotz der hohen Genehmigungszahlen 2015 und 2016 in den Jahren 2017 und 2018 zu keinem sprunghaften Anstieg der Fertigstellungszahlen im Wohnungsneubau kommen wird.

Signifikant ist der hohe Anteil genehmigter, aber baulich noch nicht begonnener Vorhaben. Dieses Segment umfasst 15.371 Wohnungen bzw. 36 % der genehmigten Wohnungen. Allerdings lag der Anteil im Jahr 2015 sogar bei 44 % und in den Jahren 2013 und 2014 bei etwa 39 %.

Schwer zu erklären ist bei den genehmigten aber baulich noch nicht begonnenen Vorhaben die extreme Differenzierung zwischen den Bezirken. Während in Friedrichshain-Kreuzberg nur 19 % der genehmigten Wohnungen noch nicht begonnen wurden sind es in Tempelhof-Schöneberg 61 %. Überdurchschnittlich hoch liegen auch die Bezirke Reinickendorf mit 60 % sowie Pankow und Charlottenburg-Wilmersdorf mit jeweils 50 %.

Die Bauüberhangsstatistik enthält auch Aussagen zum Wohnungsabgang. Danach sind im Jahr 2016 in Berlin insgesamt nur 54 Wohngebäude mit 174 Wohnungen abgerissen worden. Wichtigster Abrissgrund war die Neuerrichtung von 43 neuen Wohngebäuden mit insgesamt 119 Wohnungen.