Neue Methode zur Änderung der Wohnlageneinstufung im Mietspiegel 2019

BFW 4.0 Berlin Brandenburg

Die Arbeitsgruppe Mietspiegel beim Senat hat sich darauf verständigt, die Methodik der Wohnlageneinstufung für den Berliner Mietspiegel 2019 zu ändern. Die Notwendigkeit hierfür begründet sich aus den wachsenden Angriffen auf die Wissenschaftlichkeit der Wohnlageneinstufung.

Nach bisheriger Methodik haben Vermieter oder Mieter für konkrete Adressen oder Teilgebiete eine Auf- oder Abstufung der geltenden Wohnlage beantragt. Diese Anträge wurden in der AG Mietspiegel im Einzelnen behandelt und weit überwiegend einvernehmlich anhand von vereinbarten Wohnwertkriterien entschieden. Allerdings basierten die Umstufungsanträge auf Daten zu den Wohnwertindikatoren mit Stand von 1993.

Angesichts der weitgehenden Subjektivität der Stellung von Änderungsanträgen einerseits und der tiefgreifenden stadtstrukturellen und sozialen Umbrüche in der Stadt in den letzten Jahren andererseits war nach nunmehr 24 Jahren eine Gesamtrevision der Wohnlage auf der Basis der aktuellen statistischen Daten angezeigt. In diesem Zusammenhang soll der gesamte mietspiegelrelevante Wohnungsbestand Berlins, d. h. etwa 1,3 Millionen Wohnungen, im Abgleich mit aktuellen Daten automatisch überprüft werden. Bei diesem Verfahren, bei dem sämtliche Adressen geprüft werden, ist für Einzelanträge naturgemäß kein Raum.

Bei dem neuen Verfahren ist eine Berechnung der Wohnlage auf der Basis von wohnwertrelevanten Indikatoren vorgesehen. Das System mit drei Wohnlagen wird dabei nicht verändert. Die Arbeit der AG Mietspiegel verlagert sich weg von den weit über tausend Einzelentscheidungen auf die Auswahl der modellbildenden Indikatoren, deren einzelne Gewichtung dann aber ohne subjektive Einflussnahme über statistische Methoden modellintern erfolgt. Subjektiv eingegriffen wird dann nur noch im Rahmen einer vorgesehenen Plausibilitätsprüfung der Berechnungsergebnisse. Alle Mitglieder der Arbeitsgruppe Mietspiegel waren sich einig, dass mit der Kalibrierung des Modells die jetzige Grundproportion der drei Wohnlagen in Berlin im Wesentlichen erhalten bleibt. Eine Veränderung der Wohnlageneinstufung für einzelne Gebiete bzw. Objekte wird dadurch aber nicht ausgeschlossen.